Freitag, April 20, 2007

Wie war das mit Leichtgläubigkeit ... ?

Wenn die Parodie zur Wirklichkeit wird ...


Ich wusste ja gar nicht, wie schnell unser April-Scherz (siehe hier und dann hier) von Renyi Liu und Howard Ochman nachgemacht werden sollte. Zumindest bei UD amüsierte man sich köstlich.

Auf der anderen Seite hatte das Paper der beiden Autoren schon bei ScienceNOW für Euphorie gesorgt. Und auch anderorts ließ man bereits die Sektkorken knallen. Die Autorin des dortigen Beitrags, "die sich anmaßt, immerhin soviel über Evolution zu wissen, um Kreationisten und IDioten Paroli bieten zu können" - was jedoch nicht schwierig sei - verkündete in einem offensichtlichen Anfall ungebremster Schadenfreude:

"Hach, ich freue mich schon so darauf, wie das wieder runtergespielt, ignoriert und geleugnet werden wird..."
In der Tat wurde nur kurz darauf ignoriert und geleugnet. Naja, es war schon ein bisschen mehr, als nur bloßes Ausreden-Gestammel. Aber ich bin mir sicher, oben zitierte Person mit oben zitierter Einstellung hat all das wenig beeindruckt.

Umso interessanter ist jedoch der Nachtrag, der neuerdings ihren Blog-Beitrag ziert:

[...] Mit anderen Worten: neeh neneneh neh.

MfG,

JLT

[edit] Offensichtlich gibt es einige Probleme mit diesem Artikel, jedenfalls wird er von Nick Matzke [Panda's Thumb] harsch kritisiert. Er geht so weit zu sagen, dass es seiner Meinung nach in dieser Form nicht hätte veröffentlicht werden dürfen.
Tja, schade. Bleibt abzuwarten, was andere dazu zu sagen haben. Eine andere Reaktion findet sich z. B. hier (auch die Kommentare sind interessant.[/edit]
Die Evo-interne Kritik wurde mittlerweile sogar noch ausgeweitet. Peinlich, peinlich ein solches Paper. Dembski unkt nicht zu Unrecht, der Artikel sei sicher ein Scherz von IDlern, welche damit zeigen wollten, dass auch der größte Mist veröffentlicht würde, wenn er nur gegen ID argumentieren würde. In meinen Augen ist die Reaktion der zitierten, voreingenommenen, Biologin sehr aufschlussreich und zeigt noch schöner als mein Aprilscherz welche Kritikfähigkeit gegenüber ID-feindlichen Ergebnissen herrscht.

3 Kommentare:

SharkManiac hat gesagt…

Jaja, die Religion hinter der Evolutionstheorie ^^ :P

JLT hat gesagt…

"Dembski unkt nicht zu Unrecht, der Artikel sei sicher ein Scherz von IDlern, welche damit zeigen wollten, dass auch der größte Mist veröffentlicht würde, wenn er nur gegen ID argumentieren würde. In meinen Augen ist die Reaktion der zitierten, voreingenommenen, Biologin sehr aufschlussreich und zeigt noch schöner als mein Aprilscherz welche Kritikfähigkeit gegenüber ID-feindlichen Ergebnissen herrscht."

Die Kritikfähigkeit, die gegenüber ID-feindlichen Ergebnissen herrscht, zeigt sich doch sehr schön darin, wie schnell Nick Matzke seine Kritik veröffentlicht hat. Dass ich die die nicht gerechtfertigte Schlussfolgerung nicht entdeckt, sondern mich auf die Reputation von Science und PNAS verlassen habe, ist natürlich nicht schmeichelhaft für mich, aber damit kann ich leben. Ich muss nur Unsinn in Artikeln zu meinem Fachgebiet entdecken.

Drum habe ich meinen Beitrag auch unverändert gelassen und nur das edit angefügt, obwohl ich Matzkes Kritik nur 10 min nachdem ich meinen Beitrag gepostet hatte, gesehen habe. Dies ist ein viel zu schönes Beispiel dafür, dass Wissenschaftler eben keinesfalls "jeden Mist" so stehen lassen, wenn er nur anti-ID ist.
Sollte zu Denken geben.
Für weitere Bemerkungen siehe mein Update (an das ursprüngliche Post angehängt).

MfG,
JLT

ach ja, und @sharkmaniac:

"Religion" wäre, wenn ich die Kritik an dem Paper ignoriert hätte und wider besseres Wissen weiter behaupten würde, dass die Schlussfolgerung zutrifft.

Christoph Heilig hat gesagt…

@JLT:

dass Matzke et al. hier kritisieren hat doch ganz offensichtlich persönliche Gründe, vergleiche das Paper doch mal mit seiner schönen Geschichte: http://www.talkreason.org/articles/flagellum.cfm

Die Frage ist doch aber gar nicht, ob nicht der ein oder andere Darwinist erkannt hat, dass das neue Paper schlicht nichts sagt,sondern dass anscheinend selbst Paper, die Matzke [!] für unzureichend hält in Zeitschriften wie Nature und Science veröffentlicht werden, wenn sie nur pro-ID sind. Zeitschriften, die von sich aus niemals ID-Paper veröffentlichen würden und das auch offen sagen [1].
Der Witz ist doch: Ganz egal, wer sich beschwert hätte aus dem ID-Lager und wie, selbst wenn es der selbe Text gewesen wäre, wie von Matzke --- du hättest darüber gelacht und es als billige Propaganda abgetan, ebenso wie die peer-reviewer von Nature, bei denen der Text von Matzke eingereicht worden wäre mit Behes Namen darunter. Das ist der Witz. Und über den lache ich -- und der ist auch durch deine späteren Hinzufügungen nicht weniger tragikomisch und ich hoffe mal schwer, das weißt du auch.

[1]http://www.trueorigin.org/creatpub.asp:

"In the summer of 1985 Humphreys wrote to the journal Science pointing out that openly creationist articles are suppressed by most journals. He asked if Science had a “hidden policy of suppressing creationist letters.” Christine Gilbert, the letters editor, replied and admitted, “It is true that we are not likely to publish creationist letters.”"