Die Macher der PISA-Studie kommen ins Kreuzfeuer der Kritik. In einem Test haben sie folgende Fragestellung formuliert:
Welche der folgenden Aussagen trifft am besten auf die Evolutionstheorie zu?
A. Die Evolutionstheorie gilt für Tiere, nicht aber für den Menschen.
B. Die Evolution ist eine Theorie, die durch Forschung bewiesen worden ist.
C. Die Evolution ist eine wissenschaftliche Theorie, die sich gegenwärtig auf zahlreiche Beobachtungen stützt.
Technisch gesehen eine nicht ganz unproblematische Fragestellung, vor allem auch wegen der enormen Bedeutungsvielfalt des Begriffes 'Evolution'. Die PISA-Macher werten Antwort C. als zutreffend. Dies erzürnt die Biologin Sandra Thal vom Blog WISSENSlog, der mit Spektrum der Wissenschaft assoziiert ist. Für sie wäre B. die richtige Antwort gewesen (Hervorhebungen von mir):
„Die Evolution ist eine Theorie, die durch die Forschung eindeutig und ganz klar bewiesen worden ist. Wer nicht einmal diese Beweise als absolut ansieht, kann auch gleich seine eigene Existenz in Zweifel ziehen.“
„An der Evolutionstheorie zweifelt niemand, der die Sachlage kennt und den Verstand hat, sich mit ihr auch auseinanderzusetzen. Sie ist für alle Zeiten gültig – und nicht nur eine „gegenwärtige“ Theorie, wie die indoktrinierende Antwort „C“ erzieherisch vermitteln will.“
„Sie ist so unzweifelhaft wie die Planck-Konstante, so unzweifelhaft wie das Periodensystem der Elemente, so unzweifelhaft wie die Zahl Pi. Leider ist es nur sehr wenigen Wissenschaftlern gegeben, so charismatisch und fanatisch die Leute von einer Idee zu überzeugen, wie dies die evangelikale US-Predigern Joyce Meyer kann. Sonst wäre längst „Antwort B“ in PISA-Studien die richtige Antwort.“


12 Kommentare:
Keine Aufregung, das kann nur ein Fake sein ;-)
Tja, was willste machen. die Mehrzahl der Evolutionsverteidiger sind eben Gläubige, sehr oft noch fanatischer als Anhänger irgendeiner "alten" Religion.
Gegen diesen Fanatismus ist keinerlei Kraut gewachsen. Religion bzw. Glaube ist das Zenrum der menschlichen Perönlichkeit, und wer sich aben diese Theorie zum Dogma erwählt hat...der möchte seine Treue ja auch unter Beweis stellen!
Projection...
ERst allgemein. Rein vom Wortlaut sind a +b richtig.
Evolution ist durch Forschung bewiesen und die derzeit beste Theorie.
Ich probier mal was:
Die Gravitation ist eine Theorie, die durch die Forschung eindeutig und ganz klar bewiesen worden ist. Wer nicht einmal diese Beweise als absolut ansieht, kann auch gleich seine eigene Existenz in Zweifel ziehen.“
So weit so in Ordnung und auch eine berechtigte Kritk an der Methodik von ID-Vertretern.
„An der Gravitationstheorie zweifelt niemand, der die Sachlage kennt und den Verstand hat, sich mit ihr auch auseinanderzusetzen. Sie ist für alle Zeiten gültig – und nicht nur eine „gegenwärtige“ Theorie, wie die indoktrinierende Antwort „C“ erzieherisch vermitteln will.“
Der erste Satz ist zwar harsch formuliert, allerdings können auch Leute mit Sachkenntnis und Verstand andere Hypothesen bevorzugen (z.B. aus religiösen Überzeugungen).
Der zweite TEil ist missverständlich. Ich denke die Autorin hat nicht gemeint, dass die EVT in ihrer jetzigen Form in Ewigkeit gilt (zu mindest hoffe ich das).
Viel mehr ist wohl gemeint das das Erklärungspotential bereits so groß ist das man nicht erwartet, dass Grundprinzipien über den Haufen geworfen werden.
Leider ist es nur sehr wenigen Wissenschaftlern gegeben, so charismatisch und fanatisch die Leute von einer Idee zu überzeugen, wie dies die evangelikale US-Predigern Joyce Meyer kann. Sonst wäre längst „Antwort B“ in PISA-Studien die richtige Antwort.“
Ich möchte keine fanatischen Wissenschfatler. Aber charismatisch wäre nicht schlecht. Wissenschaft ist mehr als Laborkittel getragen von kamerascheuen Experten. Wissenschaft brauch in der Tat ein besseres Image.
Zu der Ursprünglichen Fragestellung. Man sollte aus b+c einen Punkt machen. Dies träfe die Sache am besten, da beide Punkte vollkommen zutreffend sind.
Der Vergleich mit dem Gravitationsgesetz ist verfehlt, weil es kein vergleichbares Evolutionsgesetz (oder -gesetze) gibt, aus denen man die Geschichte der Lebewesen ableiten könnte. Wer doch eines hat, sollte einen Artikel dazu bei Nature oder Science einreichen. Das wäre bahnbrechend.
Also Herr Junker, Gravitation ist eine Theorie und kein Gesetz, den Unterschied sollten sie doch am besten kennen, oder?
Wenn Gravitation ein Gesetz ist, dann ist dies Evolution genauso.
Man kann genauso in Gravitation Lücken suchen wie in der Evolution (Graviton).
Der Unterschied ist das man Gravitation in abstrakte Mathematik verpacken kann (mit der man Physik sehr exakt beschreiben kann, und ohne auch Übersetzungfehler auskommt), die Evolution hingegen muss in vielen Bereichen auf normale Sprache zurückgreifen und kann nur einen Teil in Mathematik verpacken, und selbst dann sind die Modelle wesentlich ungenauer als eine physikalische Theorie.
Den MEnschen fällt es dadurch leichter Newtons (überhohlte) Gesetzte als solche zu betrachten, Evolution hingegen "nur" als Theorie.
Ihre Antwort werte ich somit als einen Versuch, einen Widerspruch zu erzeugen wo keiner ist, in dem sie Dinge stempel aufdrücken die Missverständlich wirken.
@ R. Junker:
"Der Vergleich mit dem Gravitationsgesetz ist verfehlt, weil es kein vergleichbares Evolutionsgesetz (oder -gesetze) gibt, aus denen man die Geschichte der Lebewesen ableiten könnte. Wer doch eines hat, sollte einen Artikel dazu bei Nature oder Science einreichen. Das wäre bahnbrechend."
Wir sind uns doch aber hoffentlich darüber einig, dass es aus ontogenetischer Sicht eine Vielzahl an Entwicklungsgesetzen gibt, mit der sich die Entwicklung einer bestimmten Art bzw. Organismen-Gruppe beschreiben lässt. Und da Evolution nichts anderes ist, als die fortwährende Veränderung von Ontogenesen, müssen sich aus diesen Gesetzen zwangsläufig auch evolutionäre Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen, die für die betreffende Art oder Gruppe gelten. Dergleichen ist aus schöpfungstheoretischer Sicht nun aber schon im Grundsatz unmöglich - es sei denn, jemand vermag es, den geheimen Ratschluss des Schöpfers auf systemimmanente Gesetzmäßigkeiten und Zwänge herunter zu brechen.
"Gravitation ist eine Theorie und kein Gesetz"
http://de.wikipedia.org/wiki/Newtonsches_Gravitationsgesetz
Mich interessieren Evolutionsgesetze für Makroevolution.
Zum Begriff Makroevolution" siehe
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/p41223.php
"Wir sind uns doch aber hoffentlich darüber einig, dass es aus ontogenetischer Sicht eine Vielzahl an Entwicklungsgesetzen gibt, ..."
ja, nur hat das nichts mit Makroevolution zu tun.
"Und da Evolution nichts anderes ist, als die fortwährende Veränderung von Ontogenesen, müssen sich aus diesen Gesetzen zwangsläufig auch evolutionäre Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen, die für die betreffende Art oder Gruppe gelten."
Daraus können Sie aber nicht Makroevolution ableiten, es sei denn, Sie geben das schon vor.
Hi Reinhard Junker!
"»Gravitation ist eine Theorie und kein Gesetz«
http://de.wikipedia.org/wiki/Newtonsches_Gravitationsgesetz"
Deswegen schreibt ja auch Pantalaimon von Newtons überholten Gesetzen ... .
Im eher klassischen naturwissenschaftlichen Verständnis werden Naturgesetze aus der Anschauung (Empirie) gewonnen - heute rekurrieren wir besser auf Theorien als axiomatische Setzung. So lassen sich dann bsw. aus der Gravitationstheorie sodann auch entsprechende Gravitationsgesetze ableiten (So ist dann auch sehr schön das Falsifikationspotential zu sehen). Um gewisse mit dem Gesetzesbegriff einhergehende wertende Konnotation zu vermeiden spreche ich lieber verschärfend von Naturkonstanten (die durchaus auch dynamische Regelmäßigkeiten aufweisen können). Naturkonstanten bestehen im einfachsten Fall aus einer Größe und einer Dimension; ist die Dimension D = 1, handelt es sich hier um eine mathematische Konstante.
"»Und da Evolution nichts anderes ist, als die fortwährende Veränderung von Ontogenesen, müssen sich aus diesen Gesetzen zwangsläufig auch evolutionäre Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen, die für die betreffende Art oder Gruppe gelten.«
Daraus können Sie aber nicht Makroevolution ableiten, es sei denn, Sie geben das schon vor."
Wie schon des öfteren bemerkt: Deine Unterscheidung von Makro- und Mikroevolution ist insuffizient. Abgesehen von anderen Schwächen: Was soll dabei herauskommen, wenn man quantitatives mit qualitativem gegenüberstellt?
"Mich interessieren Evolutionsgesetze für Makroevolution.
Zum Begriff Makroevolution" siehe
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/p41223.php"
Wenn es denn Gesetze gibt, dann sind die Gesetze für Mikroevolution identisch mit denen für Makroevolution ... .
Mikro & Makro sind hier nur qualitative Größenbeziehungen (Einmal mehr hierzu die Frage zu der angeblichen Mauer dazwischen). Es ist also hinreichend, ein allgemeines Evolutionsgesetz aus einer Evolutionstheorie abzuleiten:
Evolution = Algorithmus von Versuch & Irrtum über abhängige Kapazitätsgrenze k
So, und jetzt möchte ich gerne ein Schöpfungsgesetz aufgestellt sehen ... .
Cheers,
Lamarck
"Deswegen schreibt ja auch Pantalaimon von Newtons überholten Gesetzen ... ."
Ist im Makroebereich gültig und formelmäßig beschreibbar. Was Vergleichbares gibt es bei Makroevolution nicht. Es gibt populationsgenetische Gesetze, aber keine, die das Auftreten von Innovationen beschreiben. Das ist der Punkt.
"Evolution = Algorithmus von Versuch & Irrtum über abhängige Kapazitätsgrenze k"
Das ist kein Gesetz, aus dem Makroevolution ableitbar wäre.
Und Schöpfungsgesetze kann es nicht geben, da Kreativität nunmal nicht in Gesetze zu fassen ist. Schöpfungsgesetze zu fordern ist genauso unsinnig wie Gesetze zu fordern, die die Entstehung eines PCs beschreiben. Bei Kreationen bilden Gesetze Randbedingungen, aber keine Erklärungen.
"Mikro & Makro sind hier nur qualitative Größenbeziehungen (Einmal mehr hierzu die Frage zu der angeblichen Mauer dazwischen)."
Einmal mehr hier die Antwort:
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/p41223.php
Hi Reinhard Junker!
"Ist im Makroebereich gültig und formelmäßig beschreibbar. Was Vergleichbares gibt es bei Makroevolution nicht. Es gibt populationsgenetische Gesetze, aber keine, die das Auftreten von Innovationen beschreiben. Das ist der Punkt."
Der Punkt ist, was Du unter 'Innovationen' verstehen willst. Du möchtest gerne 'große Innovationen' von 'kleinen Innovationen' kategorisch trennen, was selbstverständlich nicht möglich ist. Hierzu ein chinesisches Sprichwort:
"Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen."
Hierzu muss natürlich gesehen werden, dass der 'irreduzibel komplexe' Berg aus kleinen Steinen besteht.
Einen Berg abzutragen ist im Übrigen ebenso eine Innovation, wie einen Berg aufzuhäufen - eine Neuheit wird definiert über das Anderssein, nicht vom Vorzeichen.
Auch sind Innovationen nicht vom Wissensstand abhängig - will heißen: Selbst, wenn Berge schon vorhanden sind, ist ein neuer Berg ebenfalls eine Innovation sein - er muss hallt nur 'neu' sein. In dieser Perspektive könntest Du auch mal Deine eigene Ontogenese betrachten.
"Das ist kein Gesetz, aus dem Makroevolution ableitbar wäre."
Ich könnte hier den Bezug von "Evolutionären Algorithmen" zu "Algorithmischer Komplexität" herstellen, aber Du hast wahrscheinlich mehr davon, wenn Du mir ein Gesetz aufstellst, aus dem Mikroevolution 'ableitbar' wäre.
"Und Schöpfungsgesetze kann es nicht geben, da Kreativität nunmal nicht in Gesetze zu fassen ist."
Wir sollten uns mal darüber unterhalten, was ein Naturgesetz ist. Ich fürchte aber, "Schöpfungsgesetze" gibt es aus ganz anderen Gründen nicht ... . Was war übrigens das erste Geschöpf, dass geschöpft wurde? ;-)
"Der Vergleich mit dem Gravitationsgesetz ist verfehlt, weil es kein vergleichbares Evolutionsgesetz (oder -gesetze) gibt, aus denen man die Geschichte der Lebewesen ableiten könnte. Wer doch eines hat, sollte einen Artikel dazu bei Nature oder Science einreichen. Das wäre bahnbrechend."
Die Geschichte der Lebewesen ist ein konkretes, d. h. singuläres Ereignis. Ich nehme an, die Nichtidentität der Realisation einer Möglichkeit von den Möglichkeiten als solches ist ohne weiteres ersichtlich.
"Schöpfungsgesetze zu fordern ist genauso unsinnig wie Gesetze zu fordern, die die Entstehung eines PCs beschreiben. Bei Kreationen bilden Gesetze Randbedingungen, aber keine Erklärungen."
Naturgesetz ≠ Erklärung.
Naturgesetze sind übrigens identisch mit den genannten Randbedingungen; wenn Du aber davon sprichst, Schöpfung geschehe in einem naturgesetzlichem Rahmen, gehen wir inhaltlich sowas von konform ... . ;-)
Andererseits: Es wäre schon interessant, mal ein Schöpfungsszenario von n Organismen mit k IC-Strukturen einer Nahrungspyramide aufgetischt zu bekommen - immer drücken sich alle und ich komme erst gar nicht dazu, die Power meines biologischen Wissens auf die Fahrbahn zu übertragen ... . :-(
"Einmal mehr hier die Antwort:
http://www.genesisnet.info/schoepfung_evolution/p41223.php"
Nun gut, wie du willst. Ich finde es zwar ein wenig langweilig, aber bitte: Was genau soll den Optimierung im Kontext mit Organismen bedeuten? Organismen werden nicht im Hinblick von Maxima optimiert, sondern im Hinblick von Minimalbedingungen: Es ist hinreichend, dass die Keimbahn ihre Fortsetzung findet.
Die Klärung, was Optimierung überhaupt ist, stellt sich auch dringend bei den Fragen zu Evolutionären Algorithmen (hier: Rechenbergs Evolutionsstrategie): Auch die "Untertunnelung des Flusses" wird in einem heuristischem Verfahren prinzipiell gefunden - insbesondere, wenn dies klüger als dessen Überbrückung wäre. Die Schrittweite ist zwar interessant - aber auch hier gilt: Berg & Steine.
Und zu guter Letzt zum "Gesetz der rekurrenten Variation": Ist Dir eigentlich schon einmal aufgefallen, dass die Anzahl 'negativer' Mutationen notwendigerweise eine gewisse Entsprechung aufweisen muss? - Ansonsten wären wir schon alle ausgestorben ... (Sagen wir: Reproduktionsraten der Bakterien im Labmagen einer Kuh und die Bedeutung dieser Bakterien für die Kuh).
Cheers,
Lamarck
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