Montag, Dezember 29, 2008

Wirbeltierauge mit Spiegeloptik

"Dank einer raffinierten Kombination aus zwei optischen Systemen verbessert ein Tiefseefisch seine Sicht: Die Augen des Gespensterfischs Dolichpteryx longipes haben nicht nur eine nach oben gerichtete Linsenoptik, sondern zusätzlich eine Spiegeloptik, mit der die Tiere auch Bereiche unter sich wahrnehmen können. Diesen ungewöhnlichen Augentyp beschreiben Tübinger Anatomen im Fachblatt "Current Biology". Derartige abbildende Spiegelaugen waren bislang nur bei Wirbellosen bekannt, etwa von manchen Muschel-, Krebs- oder Hummerarten, nicht aber bei Wirbeltieren"


Quellen

http://www.weltderphysik.de/de/4245.php?ni=1217 (Gespensterfisch mit Doppelauge)

http://www.newscientist.com/article/dn16341-first-vertebrate-eye-to-use-mirror-instead-of-lens.html (First Vertebrate Eye to use Mirror instead of Lens)

1 Kommentare:

Lamarck hat gesagt…

Hi,


in diesem Zusammenhang gewiss interessant:



Garm, A. et al. (2007): Visually guided obstacle avoidance in the box jellyfish Tripedalia cystophora and Chiropsella bronzie. J. Exp. Biol. 210, 3616-3623.

Nilsson, D.-E. et al. (2005): Advanced optics in a jellyfish eye. Nature 435, 201-205.



Zu den Würfelquallen, von denen hier die Rede ist, gehört mit der Seewespe nicht nur eines der giftigsten Tiere überhaupt. Nein, die Larven der Würfelquallen - bestehend aus nur fünf Zelltypen - besitzen darüber hinaus auch noch das einfachste bislang bekannte optische System im Tierreich: Die etwa 10 bis 15 Pigmentbecher-Augen von Tripedalia cystophora funktionieren selbständig völlig ohne Nervensystem; diese verfügen über eine bewegliche Wimper, womit durch den Lichteinfall die Bewegung der Larve nun direkt beeinflusst werden kann.

Nicht genug damit: Die Adulti der genannten Tripedalia cystophora besitzen neben den 16 primitiveren Augen weitere 8, die mit Linsen ausgestattet sind! Jeweils zwei der Linsenaugen (oberes und unteres Linsenauge) und vier der primitiven Augen (davon je zwei becher- und schlitzförmig) sind in Gruppen an jeder der oberen vier Ecken jeweils in einem Sinneskolben angeordnet. Auch hier wiederum funktioniert das Augensystem der Würfelqualle ganz ohne Gehirn über die direkte Vernetzung von Wahrnehmung und Motorik (Wobei nur das untere Linsenauge) zum Navigieren verwendet wird.

Die Linsenaugen brechen das einfallende Licht dergestalt, dass zwar alle Strahlen auf einen Punkt fokussiert werden, wobei erstaunlicherweise die Netzhaut hinter dieser Bildlage liegt, mit dem Effekt, dass das potentiell scharfe Bild dann doch nur schemenhaft wiedergegeben werden kann - sprich: Die Würfelqualle ist recht kurzsichtig.

Tripedalia cystophora ist in der Lage, auf Hindernisse reagieren zu können - sicher nicht unvorteilhaft, denn der Lebensraum der Qualle befindet sich inmitten von Mangrovenwurzeln.





Cheers,

Lamarck