"We have done amazingly well in creating a cultural movement, but we must
not exaggerate ID's successes on the scientific front."
William A. Dembski im Jahr 2008:
"We’ve made a good case. What we need now are good legal and political
strategies."
Der Autor des Blogs vertritt die teleologische Position zur Ursprungsfrage. Er steht der Pseudo-Ateleologie nahe, glaubt jedoch an ein Potential der teleologischen Perspektive im Sinn von SD-Modellen für die Forschung. Der Blog widmet sich ihrer Ausarbeitung und beschäftigt sich mit Intelligent Design.
Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich mich für eine teleologische Perspektive auf die Ursprungsfrage interessiere und diese gerne als fruchtbares Forschungsprogramm etabliert sähe. Ich habe auf diesem Blog auch schon dargelegt, weshalb die "Teleologisten" jedoch noch weit von einem solchen Erfolg entfernt sind, und was eine notwendige Bedingung für diesen wären.
An dieser Stelle möchte ich - nur kurz, vielleicht habe ich später mal mehr Zeit für eine detailliertere Kritik - auf einen Argumentationsstrang für "intelligentes Design" in der Natur eingehen, der meines Erachtens problematisch ist. Gerne lasse ich mich jedoch von Vertretern des ID-Ansatzes, die diesen Blog lesen, eines besseren belehren und überzeugen…
Die Argumentationslinie, die ich meine, wird von Mike Gene in seinem Buch "The Design Matrix" wohl am besten dargestellt. Reinhard Junker gibt sie in einer Rezension für diesen Blog wie folgt wieder:
"Schon die Existenz eines Codes kann eher als Hinweis auf Design denn als Hinweis auf eine nicht-teleologische Entstehung gewertet werden (Niemand würde sagen: ‚Weil es einen genetischen Code gibt, ist das Leben vermutlich ohne intelligente Ursache entstanden', S. 74)."
Generell ist das eine recht moderate Argumentationsweise, die mir daher weitaus sympathischer ist, als die Bekundigungen eines transsubjektiven Teleologie-Nachweises in der Biologie nach dem Muster Dembskis. Andererseits kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit dieser Aussage im Grunde gar kein Argument vorliegt.
Ein solches ID-Argument im Sinne Genes wäre ein abduktiver Schluss, wie ihn Reinhard Junker in einem Beitrag vorgestellt hat. Was ist nun das Problem mit dieser a posteriori-Folgerung? Das "Resultat" (Junker), also der Code, ist nach allem, was wir wissen, eine notwendige Voraussetzung für das Leben, und damit auch für den Wissenschaftler, welcher mit dem Phänomen dieses Codes konfrontiert wird. Wie soll nun dieses Resultat ("Code") als Argument für eine teleologische Ursprungssicht herangezogen werden, wenn ohne dieses Resultat überhaupt keine Überlegungen zu eben diesem Ursprung gemacht werden könnten? Es stimmt, niemand würde sagen: "Weil es einen genetischen Code gibt, ist das Leben vermutlich ohne intelligente Ursache entstanden." Aber ebenso wenig macht der Satz Sinn: "Weil es einen genetischen Code gibt, ist das Leben vermutlich durch intelligente Ursache entstanden."
Es gibt schließlich keine andere mögliche Beobachtung (kein Code), die zumindest prinzipiell möglich wäre. Also ist es schon deshalb
unmöglich , dass wir ein anderes Resultat als "Code" beobachten können.
Wirkliche Design-Argumente müssten doch viel mehr so strukturiert sein, dass sie sich auf Eigenschaften beziehen, deren Existenz unter der Vorgabe einer ateleologischen Entstehung der Welt nicht zu erwarten sind, unter der Vorgabe eines teleologischen Ursprungs jedoch möglich, beziehungsweise unter der Voraussetzung eines spezifischen Designers sogar zu erwarten sind. Außerdem darf es jedoch nicht sein, dass diese Eigenschaft vorliegen muss, damit wir überhaupt existieren können.
Als ich das erste mal "The Privileged Planet" sah, hatte ich denselben intuitiven Einwand: Da wurde von "Details" berichtet, was mich natürlich prinzipiell ansprach. Dann jedoch wurde die entscheidende Frage gestellt: Würde sich herausstellen, dass all diese Details – die uns ein Leben jenseits der bloßen Zweckmäßigkeiten, Forschung und vieles mehr ermöglichen – mit Parametern verbunden sind, die für die Existenz von Leben unerlässlich sind, oder nicht?
Beide Beobachtungen sind sicher mit einer teleologischen Perspektive kompatibel (nicht unbedingt mit jedem SD-Modell), aber als Argument für diese Ursprungssicht gegenüber der ateleologischen, hätte in meinen Augen nur die Beobachtung gegolten, dass wir Menschen astronomisch gesehen "verwöhnt" sind, mit Details, die genauso gut auch nicht vorliegen könnten. Stattdessen aber stellte sich heraus, dass diese Details sich aus lebensnotwendigen anderen Faktoren ergaben. Wo bleibt da das Argument? Wäre die Realität gegensätzlich gestaltet, dann läge doch eher ein Argument für Design vor: Angenommen, unsere Welt ist voller Details, die aber nicht da sein müssten, nur weil wir sie beobachten können, also existieren, dann stellt sich doch viel eher die Frage nach deren Herkunft, als wenn die Welt nur dann ohne sie sein könnte, wenn dadurch auch auf uns verzichtet würde.
Kevin Foster, Evolutionsbiologe an der Universität Harvard, argumentiert, dass abergläubische Vorstellungen positive Auswirkungen auf das eigene Überleben haben können.
So könnte für einen prähistorischen Menschen Rascheln im Gras bedeuten, dass sich ein Räuber nähert, was verständlicherweise die Option eines taktischen Rückzugs nahe legt. Die meiste Zeit wird zwar der Wind die Geräusche ausgelöst haben, aber für den Fall dass es doch Löwen sind, dürften die Menschen die zum vorsorglichen Rückzug tendieren bessere Überlebenschancen haben.
In diesem Fall sorgt also die Verknüpfung 'Rascheln-Löwen' für das Überleben, obwohl sie meistens falsch ist. Diese Verknüpfung könnte nun dogmatisch verabsolutiert werden, wodurch sie zum Aberglauben absinkt.
An sich ist das nur eine 'just so story', die man für jeden beliebigen Aberglauben erfinden kann und die man prinzipiell auch in die andere Richtung erzählen kann (also gegen den Überlebensvorteil abergläubischer Vorstellungen). Kevin Foster versucht mit seinem Kollegen über solche 'just so stories' hinauszugehen, doch darum geht es mir hier nicht.
Jenseits des Aberglaubens
Für mich ist vielmehr die menschliche Fähigkeit einen Aberglauben als solchen zu entlarven faszinierend. Die meisten Menschen sind problemlos in der Lage zu erkennen, dass das Rascheln des Grases auf verschiedene Ursachen zurückgehen kann und Löwen nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellen. Sie würden sich verstandesmäßig gegen die dogmatische Verabsolutierung der Verknüpfung 'Rascheln-Löwe' wehren, sofern sie nicht durch soziale und kulturelle Traditionen dahingehend geformt wurden. Aber auch in letzterem Fall könnten sie durch ihren Verstand immer noch ermutigt werden solche Traditionen zu hinterfragen. Die Tatsache, dass der Mensch in der Lage ist, abergläubische Vorstellungen als solche zu erkennen, verstandesmäßig zu widerlegen und ihnen vielleicht sogar dann zu entkommen, wenn sie zu seinem kulturellen Erbe gehören, ist bedeutungsvoll. Sie ist ein Indiz dafür, dass 'Aberglaube' keine 'Funktion' des menschlichen Gehirns ist, sondern ein der Korrektur bedürftiger Zustand. Menschen produzieren ständig irgendwelche Fehlschlüsse und oft können sie durch vernünftige Argumente davon abgebracht werden – warum sollen abergläubische Vorstellungen da eine Ausnahme sein?
Evolution vs. Vernunft
Die Antwort auf die Frage ist einfach: Evolutionstheoretisch wäre nicht zu erwarten, dass der menschliche Verstand in einer Weise arbeitet, die es ermöglicht tiefe Wahrheiten über die Welt herauszufinden. Wie in der Evolution üblich rechtfertigt sich auch der menschliche Verstand nur über die Ermöglichung einer möglichst hohen Reproduktionsrate: Wenn die 'Fähigkeit' zum Aberglauben die Zahl der Nachkommen erhöht, wird sie sich durchsetzen. Evolutionär gesehen ist der menschliche Verstand nicht geschaffen die Wahrheit akkurat zu erfassen.
Nun kann man einwenden, dass die Fähigkeit hinter die Dinge zu blicken, die Realität und ihre komplexen Zusammenhänge zu erfassen und Täuschungen (wie etwa abergläubische Vorstellungen) als solche zu erkennen, tatsächlich einen Selektionsvorteil bietet. Am Ende des Tages hat eben doch derjenige mehr Erfolg der mehr kann als ein paar Bananen zu pflücken (z.B. einen Large Hadron Collider bauen...). Doch ein Bekannter hat mich auf folgenden Aspekt hingewiesen: Jeder weiß was passiert, wenn man die meisten Tiere vor einen Spiegel setzt: Sie erliegen hoffnungslos der simplen Täuschung, dass es sich dabei um einen Artgenossen handelt. Offensichtlich haben diese Lebewesen keinen Denkapparat evolviert, der ihnen ein echtes Verstehen der sie umgebenden Welt ermöglichen wird. Und trotzdem reproduzieren sie sich prächtig. Evolutionär gesehen ist der Mensch in keiner besseren Position als Tiere, die vor dem Spiegel versagen. Nichts garantiert ihm, dass er sich auf seine Vernunft verlassen kann. Unter evolutionstheoretischen Gesichtspunkten gibt es keinen Anlass zu der Vermutung, dass das Universum der menschlichen Vernunft zugänglich ist (wenn er nur hart genug daran arbeitet) bzw. das Universum und die menschliche Vernunft kompatibel sind.
Fazit
Es geht also nicht einfach um 'just so stories' zur Entstehung abergläubischer Vorstellungen. Dahinter steckt mehr. Wenn der Mensch und sein Hirn als Sitz des Denkvermögens das Produkt ungerichteter evolutionärer Abläufe ist, gibt es keinen Anlass der menschlichen Vernunft zu trauen. Es gibt dann logischerweise auch keine Basis wissenschaftlichen 'Entdeckungen' Vertrauen zu schenken - inklusive den Theorien wonach der Mensch das Resultat ungerichteter Naturabläufe sei (siehe die diesbezügliche Argumentation von Alvin Plantinga).
I explore physics implications of the External Reality Hypothesis (ERH) that there exists an external physical reality completely independent of us humans. I argue that with a sufficiently broad definition of mathematics, it implies the Mathematical Universe Hypothesis (MUH) that our physical world is an abstract mathematical structure. I discuss various implications of the ERH and MUH, ranging from standard physics topics like symmetries, irreducible representations, units, free parameters, randomness and initial conditions to broader issues like consciousness, parallel universes and Gödel incompleteness. I hypothesize that only computable and decidable (in Gödel’s sense) structures exist, which alleviates the cosmological measure problem and may help explain why our physical laws appear so simple. [1]