Mittwoch, März 31, 2010

Linkhinweis zu Wolf-Ekkehard Lönnigs neuester Arbeit:

"Die Evolution der karnivoren Pflanzen:
Was die Selektion nicht leisten kann – das Beispiel Utricularia" (Link - PDF: 3,7 MB)

Auszug:

Generelle Zusammenfassung

Der folgende Beitrag beschäftigt sich zunächst mit der von Martin Neukamm, Stefan Schneckenburger und Johannes Sikorski verfassten Einleitung zum Kapitel IX des Buches Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus. Darwins religiöse Gegner und ihre Argumentation (2009, hrsg. von M. Neukamm, abgekürzt MN), Titel des Kapitels: "Was die Selektion angeblich nicht leisten kann. Diskussion von drei Paradebeispielen." Anschließend wird Punkt für Punkt des von MN verfassten Unterkapitels "1: Die Saugfalle des Wasserschlauchs Utricularia" (pp. 240-250, vgl. http://www.evolution-im-fadenkreuz.info/KapIX_1.pdf) diskutiert. Damit möchte ich u. a. weiter dem Anliegen des Autors in der ersten Diskussion des Themas entsprechen, nämlich der nachdrücklich vorgetragenen Bitte "Punkt für Punkt" seiner Argumentation zu behandeln.

Anhand der Analyse von insgesamt 112 Einzelpunkten (plus 38 aus der ersten Diskussion) wird gezeigt, dass die heutigen Evolutionstheorien nicht in der Lage sind – weder im Prinzip noch im Detail – den Ursprung und die Entwicklung der karnivoren Pflanzen (und damit im weiteren Sinne auch nicht den Ursprung der Lebensformen überhaupt) naturwissenschaftlich überzeugend zu erklären. Auch hier erweist sich das Wort von Richard Smalley (Nobelpreis für Chemie 1996) als zutreffend: "…it is clear that biological evolution could not have occurred." Daraus ergeben sich zahlreiche neue Forschungsaufgaben zu den Möglichkeiten und Grenzen einer naturgesetzlichen Klärung der Evolutionsfrage. [...]

25 Kommentare:

Christoph Heilig hat gesagt…

Von diesen ganzen Sachfragen verstehe ich nicht viel, die will ich mal den Experten überlassen. Aber eine andere Sache, jenseits biologischen Fachwissens, würde mich schonmal interessieren:

Herr Lönnig schreibt:

„Intelligentes Design ist bisher der einzige Ansatz, der mit den Tatsachen voll übereinstimmt. Auch werden unten zahlreiche weitere testbare wissenschaftliche Fragestellungen unter diesem Gesichtpunkt vorgeschlagen.“

Das heißt doch:
Wenn ID „mit den Tatsachen voll übereinstimmt“, muss aus den Rahmenbedingungen dieses Ansatzes eine Erwartung hervorgehen, die sich dann anhand der empirischen Befunde bestätigt hat. Die testbaren Erwartungen wiederum sind noch zu prüfende Vorhersagen, wiederum auf dieser Basis.

Was mich interessieren würde, Herr Lönnig, ist, wie überhaupt eine Erwartung auf dieser Grundlage – dem ID-Ansatz - gebildet werden kann:

„The theory of intelligent design holds that certain features of the universe and of living things are best explained by an intelligent cause, not an undirected process such as natural selection.“

Bei ID wird der Verursacher bekannter Maßen nicht näher spezifiziert. Wir wissen also nichts über seine Tätigkeit des Designens an sich (und den damit einhergehenden Faktoren, wie „wann“, „was“, „wo“ usw.). Inwiefern kann ich auf dieser Grundlage überhaupt auch nur fleischfressende Pflanzen an für sich erwarten? Ganz zu schweigen von noch spezifischeren biologischen Phänomenen?

Ich bin mir durchaus bewusst, dass Sie auch schreiben:

„Im Sinne der Designtheorie lassen sich die Daten zu den karnivoren Pflanzen zu einem kohärenten Bild vereinigen, welches – oft im Gegensatz zur Synthetischen Evolutionstheorie – in weiten Bereichen testbar ist [… es folgen diverse naturalistisch schwer (?) zu erklärende Phänomene, Anm. C.H.]“

Ist das alles, worauf Sie die ID-Erwartungen beschränken? Negative Erwartungen bezüglich der Leistungsfähigkeit ateleologischer Mechanismen? Wo bleibt denn da der positive Aspekt? Den brauchen Sie ja, um zu zeigen, dass ID etwas besser erwarten lässt/erklärt. Sie wollen ja nicht nur Probleme der SET aufzeigen, sondern auch darlegen, weshalb ID in Ihren Augen die bessere Alternative ist.

Daher meine erste Frage an Sie:

1. Wie lässt sich auf der Grundlage des ID-Ansatzes (Definition siehe oben) eine positive Erwartung über ein biologisches Phänomen ableiten? (z.B.: 'Auf der Grundlage eines nicht näher spezifizierten Designers ist zu erwarten, dass irreduzible Komplexität, fleischfressende Pflanzen usw. vorkommen, weil...')

Eines vorneweg: Ich vermute mal ganz frech, dass Sie mir nicht zustimmen werden in meiner Einschätzung, die von Ihnen gelisteten Phänomene seien nicht mehr als negative Evolutionskritik. Ich vermute (korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege!), dass Sie mir vorhalten würden, immerhin würden wir beispielsweise IC, CSI usw. aus unseren Erfahrungen mit menschlichem Design kennen. Da hätten Sie schon Recht, aber in dafür würde mich in diesem Zusammenhang dann folgende Sache interessieren:

2. Dass die Hypothese „menschliches Design“ für IC in technischen Systemen die beste Erklärung ist, ist keine Frage. Der Designer ist hier transsubjektiv anerkannt. Das ist für einen menschlichen(/menschenähnlichen) Designer vor zig Millionen Jahre nicht der Fall. Kritiker des ID-Ansatzes bemängeln, dass das berücksichtigt werden muss. Wie stehen Sie dazu?
Erläuterung: Einen hypothetischen Evolutionsmechanismus zu postulieren, der die Entstehung der Flagelle(n) erklären könnte, hat wenig Erklärungswert. Die Frage ist ja auch (die Betonung liegt auf dem „auch“): Wie gut belegt sind die Rahmenbedingungen einer solchen Hypothese – z.B. die Zeit, die für eine solche Entwicklung nötig wäre? Ist es denn dann nicht nur fair auch von Design-Vertretern zu fordern, dass sie mehr liefern müssen, als nur Hypothesen, die einen Befund gut erklären würden (ohne abzuklären, ob sie denn überhaupt gut belegt, plausibel oder zumindest möglich sind?)

Klaus hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Klaus hat gesagt…

@Christoph Heilig:

"Von diesen ganzen Sachfragen verstehe ich nicht viel, die will ich mal den Experten überlassen."

*Gähn* Genau, und ich bin Bugs Bunny.

Mal ganz ehrlich: Was soll dieser Blog eigentlich noch?!

Du lässt Co-Autoren Beiträge schreiben, deren Grundeinstellung Du nicht teilst, bei denen Du offensichtlich nur darauf wartest, sie bloßzustellen. Welchen Sinn hat das eigentlich? Eine Toleranz zur Schau zu stellen, die Dir eh niemand mehr wirklich abnimmt?

Christoph Heilig hat gesagt…

Lieber Klaus,

dieser Blog hatte in seiner Anfangszeit das klare Ziel, „Intelligent Design“ und diverse Formen des Kreationismus zu propagieren. Wenn Du nun eine gewisse Veränderung feststellst, hast Du damit Recht, wenn Du darauf anspielst, dass ich da nicht mehr dahinter stehe.

Ich habe jedoch nicht vor, deswegen nun diesen Blog in einen ID/Kreationismus-Bashing-Blog zu verwandeln, auf dem ich mich austobe und die anderen mit ihren Ansichten nichts mehr zu suchen haben. Im Gegenteil: Ich empfinde es als eine spannende (durchaus auch spannungsvolle) Sache, wenn sich Ansichten in verschiedene Richtungen weiterentwickeln und man trotzdem ein gemeinsames Medium hat, über das man sich austauscht. Das hat nichts mit vorgegaukelter Toleranz zu tun, die Konstellation hat sich einfach so ergeben. Wir hatten hier auch schon von Anfang an verschiedene Ansichten (etwa Klaus Lange, der offen für eine Stammesgeschichte war etc.). Sowas kann sich eben. Bei mir und auch bei den anderen – und in verschiedene Richtungen. Ich fände es schade und unsinnig, wenn man diese Situation nicht als Gelegenheit begreifen würde, zu diskutieren (und auch zu kritisieren – das hat mir schon viel geholfen, was ich hier an Kritik bekommen habe!), sondern, um das Format des Blogs jetzt total aufzulösen, bzw. einzuschränken. Wenn Du das anders siehst und es dir besser gefiel, als das Spektrum der Meinungen hier noch weniger breit gefächert war, ist das dein gutes Recht, aber ändern kann und werde ich deswegen nichts. Alles, was ich Dir anbieten kann ist, dass Du – wenn Du was zu sagen hast – das auf dem Blog in einem eigenen Beitrag äußern kannst.

Auch weiterhin darf jeder Autor hier schreiben, was er denkt. Ich werde das nicht zensieren. Dass ich nicht allem zustimme, sehe ich nicht als eine schlimme Sache an. Bloßstellen möchte ich niemanden. Schon gar nicht Roland mit seinem Beitrag hier: Lönnig hatte auch mich auf das Dokument hingewiesen, Roland war schlichtweg schneller. Dass ich meine Anfragen habe und diese als Kommentar veröffentliche, dürfte doch eigentlich nichts Verwerfliches sein. Genau so, wie jeder Gastautor seine Ablehnung meiner Positionen offen in Kommentaren äußern darf, ohne deswegen des Blogs verwiesen zu werden.

Eins noch: „*Gähn* Genau, und ich bin Bugs Bunny. “ Diese Anmerkung verstehe ich nicht. Ich kenne den Text zum Thema auf Lönnigs Seite, der schon ein paar Jahre dort ist. Ich habe aber Martins Kritik nicht gelesen. Von der Primärliteratur habe ich schon gar keine Ahnung, ich denke, ich habe noch keine einzige der entsprechenden Forschungsarbeiten gelesen. Ich bin schlichtweg nicht in der Lage zu evaluieren, ob eine bestimmte Aussage (z.B. ob bestimmte Enzyme produziert werden) richtig ist oder nicht. Die Diskussion um dieses evolutionskritische Argument überlasse ich daher besser denen, die die entsprechenden Literaturkenntnisse haben.
Ich beschäftige mich in letzter Zeit mehr mit wissenschaftstheoretischen Fragen und da lag für mich die Gelegenheit nahe, zu diesen Punkten mit Herrn Lönnig die Diskussion zu suchen. Er ist einer der wenigen akademischen Vertreter des klassischen ID-Ansatzes hier in Deutschland, ich weiß daher nicht, weshalb meine Anfrage unangemessen sein sollte. Deswegen hoffe ich auch weiterhin, dass wir uns darüber austauschen können. Ich bin sehr gespannt auf Herrn Lönnigs Begründung. Ich bin nicht gegen ID an für sich - ich habe einfach bisher keine befriedigenden Antworten auf die hier formulierten Fragen gefunden.

darwin upheaval hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
darwin upheaval hat gesagt…

Danke, Christoph, für Deine deutliche Kritik an den von Herrn Lönnig genannten "Erwartungen" an Intelligent Design (das erspart es mir, darauf zu antworten).

In der Tat lassen sich solche "Erwartungen" nur dann ableiten, wenn man konkrete Vorstellungen über den Designer bereits in die Prämissen einbaut, die es doch eigentlich zu belegen gilt (circulus vitiosus)! Auf Grundlage von "Intelligent Design" lässt sich Beliebiges folgern - vorausgesetzt man stattet den Designer mit den entsprechenden Attributen aus. Wie sich diese "Zusatzhypothesen" hinsichtlich der Eigenschaften des Designers / des Schöpfungsaktes unabhängig von dem testen lassen soll, woran Lönnig sowieso schon glaubt, sagt er nicht.

In seinem 180-Seiten-Wust (wer soll das eigentlich alles lesen?) haben sich auch zahlreiche inhaltliche Fehler (oder sollte man besser sagen: "false facts"?) eingeschlichen. Z.B. ändern Phosphatasen, die man bei Roridula und Byblis vor einiger Zeit nachgewiesen hat, auch nicht das Geringste daran, dass die Pflanzen tierische Eiweiße ohne die entsprechenden Symbionten nicht verwerten können. Phosphatasen spalten keine Proteine, sie wirken auch nicht als Chitinasen und sind daher, als Einzelkomponente, für die Verdauung nutzlos!

Die Frage ist, ob es sich lohnt, eine längere Antwort darauf zu schreiben. Ein Karnivoren-Experte gab mir in einer E-Mail vom 01.04. den Rat: "Ihnen selbst und mir sollte diese Zeit zu schade sein, auch nur 10 Min. in einer Antwort zu investieren. Tun Sie das ganze Zeug in den Papierkorb und vergessen Sie es."

Auf eine Falschaussage in Lönnigs Argumentation sollte aber doch noch hingewiesen werden: Es geht, und darauf wurde in der Einleitung sowie gegen Ende des von ihm kritisierten Buchartikel bereits mehrfach hingewiesen nicht um die Verteidigung der These, die Einzelschritte in der Evolution von Utricularia seien (lückenlos) kausal erklärt oder gar experimentell reproduzierbar. Solche Behauptungen (oder Forderungen), wie sie Lönnig erhebt, sind Ablenkungsmanöver. Es ging, um es zu wiederholen, einzig um die Tatsache, dass Fallentypen, die einfacher gebaut sind als die Falle von Utricularia, trotzdem funktionieren und durch die Selektion positiv bewertet werden können, so dass die Notwendigkeit einer kompletten Synorganisation aller für die Funktion der Saugfalle von Utricularia erforderlichen Teile entfällt. Diesen Nachweis zu führen war das Ziel des Buchkapitels – und diesen Nachweis hat Lönnig mit noch so viel Rhetorik (und über beeindruckende 180 Seiten) nicht widerlegen können. Denn die Natur selbst war so freundlich, zahlreiche funktionale (!) Differenzierungsschritte in einem möglichen Evolutionsprozess zu überliefern, wenn man einmal von dem Übergang zwischen Genlisea und Utricularia absieht.

Man kann jetzt natürlich immer tiefer in den Stammbaum "hinein zoomen" und behaupten, nun seien eben die Lücken zwischen Differenzierungsschritt C und D oder D und E durch die Selektion nicht überbrückbar und, wie Lönnig es tut, immer weitere Zwischenformen einfordern. Dieses Spiel lässt sich ad infinitum weiter treiben. Aber es ist eher ein Rückzugsgefecht, die Verlagerung der Lückenbüßer-Strategie auf eine andere Ebene, - eine Strategie mit der Lönnig schon gescheitert war, als er die Behauptung aufstellte, ein Selektionsvorteil sei nur im fertigen Zustand der Saugfalle gegeben, nicht mit irgendeiner Vorstufe.

darwin upheaval hat gesagt…

@ Christoph:

"Ist das alles, worauf Sie die ID-Erwartungen beschränken? Negative Erwartungen bezüglich der Leistungsfähigkeit ateleologischer Mechanismen? Wo bleibt denn da der positive Aspekt?"

Das ist genau das, was mich an Texten wie denen von Lönnig regelmäßig verärgert: Er behauptet, um es mal metaphorisch auszudrücken, den Kreuz-Ober mit der Pik-Sieben übertrumpfen zu können.

Er gibt sich alle erdenkliche Mühe, die Evolutionstheorie als "wilde Spekulation", als "leeres Blatt ohne Erklärungkraft" usw. hinzustellen, und behauptet, seine Theorie könne all die offenen Fragen "intellektuell befriedigend und sogar völlig zureichend" erklären. Aber was hat er denn nun tatsächlich auf der Hand, wenn man etwas konkreter wird? Nichts!

Die Evolutionsbiologen kennen immerhin zahlreiche Mechanismen (und zwar nicht nur Mutation und Selektion im Allgemeinen), um verschiedene Veränderungen zu modellieren (bei Utricularia hat das, zugegebenermaßen noch nicht so richtig funktioniert). Wo aber sind denn bitte nur all die alternativen Kausalfaktoren und differenzierten Modelle, die uns ein intellektuell zureichendes Verständnis von der Herkunft von Utricularia ermöglichen? Wo gibt uns denn der Autor Antworten auf all die offenen Fragen, die ihn zur Ablehnung der Evolutionstheorie motivierten, und die mit ID doch so viel befriedigender beantwortet werden können?

(1) Wie viele und welche Design-Schritte waren im Einzelnen für die Erschaffung des Wasserschlauchbläschens von Utricularia oder der Blütenstrukturen bei Coryanthes und Catasetum notwendig?

(2) Durch welche Ursachen hat der Designer diese filigranen Einzelheiten hervorgebracht / wie hat der 'Wissenstransfer' vom Designer zur DNA stattgefunden?

(3) Wieviele und welche Designer waren an der Erschaffung des Wasserschlauchbläschens beteiligt?

(4) Woher hatte der Designer sein Wissen?

(5) Welcher Designer schuf den intelligenten Designer und welcher noch intelligentere Designer hat wiederum diesen Designer hervorgebracht?

(6) Welches Argument berechtigt den dogmatischen Abbruch des unendlichen Regresses?

(7) Welchen nachprüfbaren Gesetzen unterlag der Designer?

(8) Wie lässt sich die Existenz des Designers bzw. dessen Schaffensvorgang (a) experimentell reproduzieren, (b) prinzipiell falsifizieren?

Keine einzige Frage wird von Lönnigs genialer Theorie halbwegs beantwortet; ja schlimmer noch: Schon die weitaus grundsätzlichere Frage, wie nämlich all diese Fragestellungen (wenn sie schon derzeit nicht beantwortbar sind) wenigstens prinzipiell wissenschaftlich erforschbar sein sollen, wie Intelligent Design funktionieren, wie sie andere Wissenschaftsbereiche heuristisch befruchten und wie man die postulierten Eingriffe des Designers in ähnlicher Weise ergründen soll, wie wir dies ständig mit den Mechanismen der Evolution tun, bleibt Lönnigs Geheimnis. Er lagert (welch naturwissenschaftliche Neugier!) alle interessanten Fragen einfach in ein Mysterium aus und lässt sich dort, um es mal drastisch zu formulieren, verrotten. Er macht sich keinerlei Mühe, eine Alternative kausale Theorie zu formulieren, er kritisiert bloß. Das ist geradezu eine Verballhornung der wissenschaftlichen Methode!

Klaus hat gesagt…

@Christoph Heilig: "Wenn Du das anders siehst und es dir besser gefiel, als das Spektrum der Meinungen hier noch weniger breit gefächert war, ist das dein gutes Recht, aber ändern kann und werde ich deswegen nichts."

Was denn bitte für ein Spektrum der Meinungen? Manche Autoren schreiben so gut wie gar nichts, existieren also nur auf dem Papier, andere sehr wenig. Im großen und ganzen liest sich der Blog mittlerweile wie das Zentralorgan der AG Evolutionsbiologie (oder wie auch immer die sich jetzt schimpfen), mit entsprechend enthusiastischem und regelmäßigem Schulterklopfen der entsprechenden Leute. Das kannst du gern spannend finden, ich finde ich es ehrlich zunehmend langweiliger, zumal es zig andere Blogs und Seiten gibt, die in ähnlichem Tenor schreiben.

darwin upheaval hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
darwin upheaval hat gesagt…

Au weia...

Christoph, Du verkappter Evolutionist, Du! Bist Du etwa schon in die AG Evolutionsbiologie eingetreten, ohne uns davon etwas zu sagen, Du subversives Element? Nicht zu fassen, so viel Objektivität aber auch! ;-)

Ich glaube, Du mutierst in den Augen Deiner (ehemaligen) Spießgesellen zu einem ähnlichen enfant terrible, wie T.W. in den Augen diverser Naturalisten und Evolutionsbiologen... *grins*

Im Ernst, lass Dir das kritische Denken von niemandem austreiben! Insbesondere nicht von Menschen, die gerne immer dann kritisch denken, wenn es um Evolution geht, ihr kritsches Denken aber ganz schnell an den Nagel hängen, wenn ihre Lieblings-Ideologie davon betroffen ist.

darwin upheaval hat gesagt…

@ Klaus:

"Was denn bitte für ein Spektrum der Meinungen? Manche Autoren schreiben so gut wie gar nichts, existieren also nur auf dem Papier, andere sehr wenig. Im großen und ganzen liest sich der Blog mittlerweile wie das Zentralorgan der AG Evolutionsbiologie (oder wie auch immer die sich jetzt schimpfen), mit entsprechend enthusiastischem und regelmäßigem Schulterklopfen der entsprechenden Leute. "

Nur fürs Protokoll: Christoph hat in einer äußerst höflichen Form ein paar bescheidene Fragen an W.-E. Lönnig gerichtet, und zwar zu einem methodologischen Bekenntnis, das wahrscheinlich auch dem einen oder anderen bei "Wort und Wissen" nicht einleuchtet. Es ging um die steile These, dass "Intelligent Design" irgend etwas erklärt oder gar konkrete Prognosen erlaubt. Das ist, wenn ID nicht näher spezifiziert wird, ein Ding der Unmöglichkeit - und wenn man es näher spezifiziert, dann enthält es automatisch religiöse Bezüge.

Lönnig stellt gerne markige Behauptungen in den Raum, die beim näheren Hinsehen "das Wasser nicht halten". Und seine Argumentation beruht auf Prämissen, die gelinde gesprochen sehr fragwürdig sind. Wie anders soll man es denn nennen, wenn z.B. aus der derzeitigen Nicht-Erklärtheit eines evolutionären Ereignisses mit Smalley geschlossen wird: "it is clear that biological evolution could not have occurred". Eine solche Folgerung hält man sogar bei W+W für absurd (zumindest hat man sich gegen derartige Vorhaltungen immer gewehrt).

Wenn hier nun also schon jemand so einen Text auf Christoph Heiligs Blog setzt, dessen Argumente(das ist natürlich nur meine Meinung) von vorn herein auf unsinnigen Prämissen vorgebracht werden, so dass er gewissermaßen mit dafür verantwortlich zeichnet, dann ist es verdammt noch mal auch sein gutes Recht, darauf hinzuweisen, wo die Argumentation absurd ist .

Und ganz ehrlich: Ein Mitglied der AG Evolutionsbiologie würde die Glacehandschuhe ausziehen, bevor er zurückschlägt. Christoph hat Lönnig bestenfalls ein wenig in die Backe gekniffen.

Klaus hat gesagt…

@darwin upheavel: "Nur fürs Protokoll: Christoph hat in einer äußerst höflichen Form ein paar bescheidene Fragen an W.-E. Lönnig gerichtet, und zwar zu einem methodologischen Bekenntnis, das wahrscheinlich auch dem einen oder anderen bei "Wort und Wissen" nicht einleuchtet."

lol... Meine Güte, da fühlt sich aber jemand angegriffen. Gerade wegen der höflichen Form war der Verweis auf die AG Evolutionsbiologie übrigens auch nicht wirklich ernst gemeint. Wer "Lieber Klaus" schreibt, statt gleich zu der Beleidigung "Spießgeselle" zu greifen, ist offensichtlich noch nicht reif für die AG (oder für eine ihrer offenbar durch interne Höflichkeiten hervorgerufenen Absplitterungen).

dreisam hat gesagt…

> Das kannst du [Christoph] gern spannend
> finden [dass sich der Blog angeblich wie
> das "Zentralorgan der AG Evolutionsbio-
> logie" liest], ich finde ich es ehrlich
> zunehmend langweiliger, zumal es zig
> andere Blogs und Seiten gibt, die in
> ähnlichem Tenor schreiben. (Klaus)

Es könnte ja sein, dass sich durch den inhaltlichen Wandel (in Christophs Blog und in "zig anderen Blogs") eine allmählich gereifte Erkenntnis ausdrückt - zu der man kommt, wenn man sich über mehrere Jahre ausführlich und tiefgehend mit der Materie auseinandersetzt.

Christoph Heilig hat gesagt…

Lieber Klaus,

Du schreibst:

Was denn bitte für ein Spektrum der Meinungen? Manche Autoren schreiben so gut wie gar nichts, existieren also nur auf dem Papier, andere sehr wenig.

Nun, wenn Dich das stört, musst Du Dich wohl an die besagten Autoren wenden, nicht an mich: Das Schreiben auf meinem Blog war immer nur ein Angebot, dessen Wahrnehmung auf freiwilliger Basis beruhte. Es ist richtig, dass früher öfters auch von anderen hier etwas geschrieben wurde. Das dies nun nicht mehr so häufig geschieht, hängt sicher auch damit zusammen, dass hier allgemein nicht mehr so viel geschieht, weil ich viel weniger Zeit investiere. Und wenn das Medium an für sich nicht mehr richtig „läuft“, dann sinkt natürlich auch die Motivation der anderen Beteiligten etwas beizutragen.
Kann auch durchaus sein, dass der ein oder andere nicht mehr hier schreiben möchte, seit ich zunehmend auch Kritischeres zum kreationistischen Standpunkt vortrage. Das muss jeder selbst wissen. Ich kann da auch nicht reinreden.

Das kannst du gern spannend finden, ich finde ich es ehrlich zunehmend langweiliger…

Wenn Dir das Verhältnis der Beiträge nicht mehr passt, dann kannst Du die Mitautoren bitten, doch mehr pro-ID zu schreiben (ich werde das sicher nicht torpedieren) oder selbst aktiv werden (eine entsprechende Aufforderung mich zu kontaktieren, beim Wunsch selbst etwas beizutragen, habe ich schon lange an der Seite! Da können sich auch IDler melden…).

darwin upheaval hat gesagt…

@ Christoph:

"Erläuterung: Einen hypothetischen Evolutionsmechanismus zu postulieren, der die Entstehung der Flagelle(n) erklären könnte, hat wenig Erklärungswert. Die Frage ist ja auch (die Betonung liegt auf dem „auch“): Wie gut belegt sind die Rahmenbedingungen einer solchen Hypothese – z.B. die Zeit, die für eine solche Entwicklung nötig wäre?"

Hier möchte ich noch auf eine kleine aber doch bedeutsame Ungenauigkeit aufmerksam machen, falls Du gestattest: "Einen hypothetischen Evolutionsmechanismus zu postulieren" ist ein Pleonasmus, und darüber hinaus auch ein irreführender: Es wird in fast keinem evolutionären Modell ein Evolutionsmechanismus "hypothetisiert", der nicht experimentell nachgewiesen worden wäre! Alle vorgeschlagenen Mechanismen sind einschlägig in der Literatur bekannt; "hypothetisiert" wird lediglich das evolutionäre Szenario, auf das sie angewandt werden. Aber das ist nichts irgendwie Fragwürdiges, sondern entspricht schlichtweg der Praxis wissenschaftlicher Modellbildung: Man nimmt das, was man kennt, und projiziert es auf ähnlich gelagerte Fälle.

Mit anderen Worten: Es nicht etwa so, wie man Deiner Passage entnehmen könnte, dass die Evolutionstheorie und Intelligent Design gleichermaßen nur irgend etwas "hypothetisieren". Evolutionäre Modelle stützen sich vielmehr als einzige Alternative auf intersubjektiv nachgewiesene Mechanismen! Bei ID wird hier in der Tat nur irgendetwas hypothetisiert, was man nicht kennt.

Christoph Heilig hat gesagt…

Doch, doch: Ich habe das genau so gemeint. Ich räume aber gerne ein, dass sich meine didaktische Absicht sprachlich nicht genügend klar niedergeschlagen hat.
Ich wollte damit eigentlich deutlich machen, dass das SD, wie Reinhard es umformuliert hat, genau dem entspräche:

Sich einen phantastischen Mechanismus auszudenken, der einen Befund gut erklären würde, aber für dessen Verankerung in der Realität keine Belege vorliegen.

(Was kein Evolutionskritiker akzeptieren würde.)

Unter der Annahme eines "menschenähnlichen Designers" mag die Welt möglicherweise genau so zu erwarten sein, wie sie sich zu sein herausstellt - diese Hypothese hat dennoch keinen Wert, wenn ihre Rahmenbedingungen hoffnungslos unplausibel sind.

darwin upheaval hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
darwin upheaval hat gesagt…

Inzwischen existiert eine Replik auf Lönnigs Arbeit:

http://www.martin-neukamm.de/loennig-utricularia.pdf

darwin upheaval hat gesagt…

Nur der Vollständigkeit halber: Ich habe die Arbeit "zur Evolution der karnivoren Pflanzen", insbesondere auf den Seiten 29-31 [WEL 28 - WEL 30], noch etwas erweitert:

http://www.martin-neukamm.de/loennig-utricularia.pdf

Mir erschien vor allem wichtig, auf den Strohmann einzugehen, eine Evolution, in der die natürliche Selektion eine Rolle spielt, verlaufe notwendigerweise über ein Morphenkontinuum, "... über Tausende kleine Entwicklungsstufen". Es wird auch etwas zu der Behauptung gesagt, eine "sprunghafte" Evolution (sensu Evo-Devo) stehe im Widerspruch zur Synthetischen Theorie der Evolution.

darwin upheaval hat gesagt…

Meine Arbeit "zur Evolution der karnivoren Pflanzen", wurde um eine Kapitel (Ergänzung [08.05.2010]) erweitert, insbesondere hinsichtlich einer in dieser Form beispiellosen ad-hominem-Kritik, gepaart mit Aussagen über die Evolutionsbiologie sowie über mein Buch, die nur noch als Symptom einer tief greifenden Realitätsverschiebung interpretiert werden können. Es wird u.a. auch die Frage gestellt, ob das Verhalten des Dr. W.-E. Lönnig noch ernsthaft als "christlich" bezeichnet werden kann (insbesondere, wenn man es mit dem Bemühen um Redlichkeit und Fairness von Evangelikalen vergleicht).

darwin upheaval hat gesagt…

Da der Link nicht funktioniert, hier ist er noch einmal:

Ergänzung (08.05.2010)

El Schwalmo hat gesagt…

@Spitzname Darwin Upheaval

Dein Text, speziell der aktuelle Nachtrag, ist eine stilistische Meisterleistung, die mehr über Dich als über Lönnig aussagt.

darwin upheaval hat gesagt…

Freut mich, dass Dir mein Text gefallen hat.

El Schwalmo hat gesagt…

@Spitzname Darwin Upheaval

Falls Du uns zwischen den Zeilen noch mehr sagen wolltest, mach Dir ruhig Luft, sonst erstickst Du daran.

darwin upheaval hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.